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Freigeist-Kinder

  • 21. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit


Ihre Schönheit – und die leisen wie lauten Herausforderungen für Eltern


Es ist 14 Uhr.

Eine Pizza wartet lauwarm im Ofen.

Ich frage meinen Mann: „Wo ist eigentlich Ole?“


Er schaut mich an und sagt:

„Er wollte schon lange zurück sein.“


Um kurz nach 15 Uhr trudelt er ein.

Mit einem Freund und Witz im Gepäck.

Mit diesem Lachen, bei dem man als Mama einfach nicht böse sein kann.


Mein Mann sagt dann oft:

„Er ist so ein Freigeist.“

Und jedes Mal antworte ich:

„Und ich liebe das so sehr.“


Wenn Ole nach draußen geht, sieht man ihn am liebsten in Schlappen.

Wir haben es versucht: geredet, erklärt, ausgehandelt.

Doch Ole liebt Freiheit.

Und diese Freiheit zeigt sich in allem:

in dem, was er trägt,

in der Art, wie er lebt,

und darin, wie selbstverständlich er das hinterfragt, was wir „Normalität“ nennen.


Ein Freigeist passt sich nicht gerne an.

Diese Kinder sind wild, humorvoll, zutiefst fühlend

und oft erstaunlich emotional intelligent.


In all ihrer Leichtigkeit und Schönheit bringen sie jedoch auch Herausforderungen mit

vor allem im schulischen System.

Langes Sitzen.

Sinnlosigkeiten aushalten.

Den eigenen Geist zügeln, manchmal sogar lähmen.


All das liegt vor ihnen.

All das müssen sie lernen.


Und genau hier entsteht ein entscheidender Punkt...


Wenn Schule bereits hohe Anforderungen stellt,

dann darf – ja muss – es zuhause freier werden.

Wird ein Freigeist-Kind auch dort in zu enge Formen gezwängt,

entsteht Stress.

Viel Stress.


Und zu viel Stress wirkt auf diese Kinder auf zwei Arten:

Entweder sie brechen innerlich

und werden leise, angepasst, müde.


Oder sie brechen aus.

Radikal.

Man kann sie kaum noch greifen.

Sie fliehen, laufen weg – manchmal auch innerlich.


In beiden Fällen verlieren sie ihre einzigartige Farbenpracht.


Was können wir also tun,

wenn ein Freigeist bei uns lebt?


Wir dürfen hinsehen.

Verstehen lernen.

Die Einzigartigkeit wirklich würdigen.


Wir dürfen ihnen Wege zeigen,

wie sie schulische und gesellschaftliche Anpassung ausgleichen können,

ohne sich selbst zu verlieren.


Natürlich sage auch ich:

„Schatz, zieh dir bitte ordentliche Schuhe an.“

Und natürlich meine ich das ernst.


Und doch geht er so oft frei in Latschen.


Nicht aus Gleichgültigkeit.

Nicht, weil wir als Eltern aufgegeben oder versagt hätten.


Sondern aus einem inneren Ja heraus:

Ich sehe dich.

Ich spüre, dass du weißt, was dir ein gutes Gefühl gibt.


Und ehrlich –

ich liebe dein Wesen.


Denn am Montag beginnt die Schule wieder.

Die Winterferien sind vorbei.

Und unser Kind hat seinen Energie- und Freiheitsspeicher gut gefüllt.


Genau das dürfen wir als Eltern verstehen:

Ja, es gibt Regeln.

Ja, es gibt Schule, Strukturen und Erwartungen.


Und gleichzeitig dürfen wir unseren Kindern Wege zeigen,

wie sie mit ihrem Wesen in dieser Welt zurechtfinden –

ohne sich selbst zu verlassen.


Ein Freigeist-Kind macht den Alltag nicht immer einfacher.

Aber er macht ihn lebendiger.

Wahrer.

Und manchmal – gerade deshalb – so magisch.


Wir müssen nur hinschauen. ✨


Mit Liebe, Susan


 
 
 

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(c) 2025 SOKLARIA Susan Vogler
Mentoring, Coaching, psychologische Beratung, Energiearbeit 
Frauen, Familien & Kinder; Thüringen Erfurt 

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