Lieber Papa, bitte leg das Handy weg
- 12. März
- 2 Min. Lesezeit
Lieber Papa,
von dir lerne ich so viel.
Ich liebe es, dir zuzuhören, wenn du mir etwas erklärst.
Wenn du mir Geschichten erzählst oder mir zeigst, wie Dinge funktionieren.
Mit dir fühlt sich die Welt größer an.
Doch manchmal sehe ich dich nur auf dieses kleine, leuchtende Ding schauen.
Dieses bunte Licht in deiner Hand.
Und ich frage mich, ob du merkst, dass ich neben dir sitze.
Ich verstehe, dass du viele Dinge klären musst.
Vielleicht ist dieses Smartphone sogar dein Arbeitsplatz.
Und ich weiß auch, dass dieses kleine Gerät viele spannende Dinge zeigt.
Aber weißt du was?
Ich habe auch spannende Dinge.
Ich habe Fragen.
Ich habe Ideen.
Ich habe Geschichten von meinem Tag.
Und ich liebe es, wenn du mir zuhörst.
Wenn du dein Handy weglegst und mich anschaust,
fühle ich mich wichtig.
Dann merke ich:
Mein Papa ist wirklich hier.
Und weißt du noch etwas?
Ganz bald werde ich groß.
Dann werde ich nicht mehr jeden Abend fragen,
ob wir noch zusammen spielen.
Dann werde ich nicht mehr auf der Couch neben dir sitzen
und darauf warten, dass du mich anschaust.
Das Handy wird immer noch da sein.
Aber meine Kindheit nicht.
Darum bitte ich dich, Papa:
Pass auf, dass dich dieses bunte Licht nicht besitzt.
Denn von dir lerne ich,
wie man als Mensch durch diese Welt geht.
Und irgendwann werde auch ich ein Smartphone in der Hand halten.
Vielleicht erinnere ich mich dann daran,
wie du damit umgegangen bist.
Und wie oft du es weggelegt hast,
um mich anzusehen.
In Liebe,
dein Kind.
Eine kleine Erinnerung für uns Eltern
Das „bunte Licht“ – unser Smartphone – schleicht sich oft ganz leise in unser Leben.
Ohne dass wir es merken, nimmt es Raum ein. Raum für Aufmerksamkeit, für Energie, für unsere Präsenz.
Manchmal inspiriert es uns, verbindet uns mit Menschen, schenkt uns Ideen und Wissen.
Doch wenn wir ganz ehrlich sind, gibt es auch diese anderen Momente:
Momente, in denen es uns Energie raubt.
Momente, in denen wir uns vergleichen, zweifeln oder uns verlieren.
Unsere Kinder sehen all das.
Nicht nur das, was wir ihnen sagen – sondern vor allem das, was wir leben.
Sie lernen von unserem Umgang mit Aufmerksamkeit, mit Zeit, mit Präsenz.
Sie lernen von unserem Bewusstsein.
Gerade deshalb ist es so wertvoll, immer wieder wahrzunehmen und sich zu fragen:
Wer führt hier eigentlich – ich oder das bunte Licht?
Ein bewusstes, starkes Verhältnis zum Smartphone ist nicht nur ein Geschenk an uns selbst.
Es ist auch ein Vorbild für unsere Kinder.
Denn eines Tages werden auch sie dieses „bunte Licht“ in den Händen halten.
Und vielleicht erinnern sie sich dann daran, wie wir damit umgegangen sind.
Mit Bewusstsein.
Mit Klarheit.
Mit Liebe für das, was wirklich zählt.
In Liebe und Wertschätzung für unsere Familien,
Susan



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